OpenLara auf dem Game Boy Advance: 3D-Tomb-Raider auf einem 16-MHz-Handheld
Echtzeit-3D auf dem Game Boy Advance ist schwierig. Die Konsole hat weder 3D-Hardware noch eine Gleitkommaeinheit, weshalb fast jedes GBA-Spiel jener Zeit aus 2D-Sprites aufgebaut ist. OpenLara wählt den entgegengesetzten Weg. Es ist eine Open-Source-Neuimplementierung der klassischen Tomb Raider-Engine, geschrieben von dem als XProger (Timur Gagiev) bekannten Entwickler, und ein GBA-Build davon wurde im Januar 2022 nach mehr als einem Jahr Arbeit bekannt gemacht.
Auf einen Blick
- Basiert auf: dem Tomb Raider von Core Design aus dem Jahr 1996, nachgebaut mit der OpenLara-Engine
- Entwickelt von: XProger
- Erschienen: öffentliche Aufmerksamkeit im Januar 2022 (von seinem Autor als Alpha bezeichnet)
- Genre: 3D-Action-Adventure
- Was es besonders macht: per Software berechnetes 3D auf echter GBA-Hardware
Die technische Geschichte
Laut XProger wurde die Engine so umgeschrieben, dass sie auf Systemen ohne FPU und ohne Hardware-Ganzzahldivision läuft, wobei Software-Rasterisierung und Matrizenrechnung in ARM-Assembler erfolgen. Presseberichte nannten damals eine Bildrate von etwa 20 fps, bei erhaltener Originalmusik und intakten Soundeffekten. Das ist nach heutigen Maßstäben bescheiden, für ein 3D-Spiel dieses Umfangs auf einem Handheld aber bemerkenswert.
Die Umsetzung wurde als Alpha bezeichnet: Nur drei Levels waren spielbar, beginnend mit dem Tutorial im Croft Manor, und das erklärte Ziel war, die Inhalte so zu optimieren, dass das ganze Spiel auf ein 32-MB-Modul passt.
Warum eine physische Kopie interessant ist
OpenLara selbst steht unter einer offenen BSD-Lizenz. Dieses Modul ist ein physisches Schaustück eines modernen Homebrew-Experiments und kein kommerzielles Spiel; sieh es also als Demonstration dafür, wie weit man den GBA treiben kann, und nicht als fertige Veröffentlichung im Stil eines Handelsspiels.
